Schnutinger

17. August 2009 05:45

Lieber Freund

Eine Erfahrung für’s Leben machte dieser Tage Schnutinger, alias Ute Hamelmann, die für ihre Mitwirkung bei der Medienkampagne „Generation Upload“ der Firma Vodafon von der Web-Gemeinde heftig abgewatscht wurde.
Also ich mag „Schnutinger“, es ist gut gemacht, die Figuren sind so originell wie die Sprüche, die Site ist gut und ideenreich gemacht.
Deshalb kann ich nicht verstehen, warum sich die Macherin einer guten Webpräsenz von einer Firma wie Vodafone für eine derart blödsinnige Werbekampagne anheuern lässt.
Dass sich ein Typ wie Sascha Lobo für schnödes Geld und schalen Ruhm bei jeder Gelegenheit zum Affen macht ist mir klar, denn der Mann hat außer krudem Gefasel nicht allzu viel unter seiner Periodenbürste.
Dass sich Leute wie Sascha Lobo für jeden Scheiß anheuern lassen, ist spätestens seit „Du bist Deutschland“ bekannt, sei es aus Überzeugung, aus Profilierungssucht, aus Geldgier, aus Berufung oder was auch immer.
Auch dass das Netz voll kreativer herrlicher Ideen ist, die sich zwischen völlig irren Phantasien und einem riesengroßen Haufen Scheißdreck verbergen, ist bekannt.
Dass die Netz-Gemeinde oder wie im vorliegenden Fall die „Blogosphäre“ mimosenhaft reagiert und zur Hexenverbrennung und Vierteilung neigt, ist auch bekannt.
Und dass permanent versucht wird, das Netz zu kommerzialisieren und zu überwachen, ist auch nicht gerade neu.
Neu ist auch nicht, dass Werbung für gewöhnlich dumm und wenig informativ ist, denn für wirklich gute Produkte muss man nicht werben, das spricht sich auch heute noch rum. Und im Netz sogar sehr schnell.

Und so hat sich im Netz die Werbekampagne von Vodafone schnell rumgesprochen und auch dass, Mitglieder der Web-Gemeinde zum Erzfeind übergelaufen sind. Denn, sind wir doch mal ehrlich, wer sind denn die größten Feinde eines Nutzers digitaler Kommunikation.
Ist das vielleicht der Bäcker um die Ecke oder der Metzger unten an der Straße?
Sicher nicht!. Es sind die Telekommunikationsdienstleister, die Netzzugangsprovider, die Hoster und die Vorratsdatenspeicherer und die Netzüberwacher. Sollte ich noch jemand vergessen haben, so bitte ich um Entschuldigung. Den Einen geht es um Macht und Kontrolle und den Anderen um möglichst viel Profit. Zielgruppe in beiden Fällen sind die Nutzer moderner Kommunikationsmittel.
Und die haben ihren Unmut in vielfältiger, manchmal auch einfältiger und in einigen Fällen auch unflätiger Form zum Ausdruck gebracht. Diese dunkle Macht des Internet-Universums werden noch ganz andere Leute zu spüren bekommen.

Hätte Schnutinger Werbung für gähnfreie Babynahrung gemacht oder ihre Büchlein über Google-Books beworben, wären die Wellen des Internets sicher nicht derart heftig über sie hergefallen. So aber ging die Kuh zum gleichen Metzger, bei dem sich auch schon Sascha Lobo zum Ochsen macht.
Mitleid ist unangebracht, Wundenlecken verständlich, Schmollen auch.
Reue und die Erkenntnis, dass jeder der versucht sein Haupt höher zu tragen, als dies der Internetgemeinde gefällt, gnadenlos einen Kopf kürzer gemacht wird, werden sicher auch nicht schaden.

In diesem Sinne.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 17. August 2009 um 05:45:53 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Schnutinger”

  1. Mona.Ohne.Lisa meint:

    *Mitleid ist unangebracht, Wundenlecken verständlich, Schmollen auch.*

    Herr Machopan,
    ich stimme Ihnen fast zu.
    “fast” insofern:
    Wundenlecken und Schmollen sollte sich nur auf einen kurzen Zeitraum beschränken.

  2. J. Fuhrmann meint:

    Leider werde ich den Eindruck nicht los, das für Einige in der Netzgemeinde der “Erzfeind” vor allen Dingen darum ein “Erzfeind” ist, weil er nicht sie sondern eben Schnutinger honoriert hat. Das hat dann nichts mehr mit Kritik zu tun. Ich würde es einfach nur Mobbing nennen.

    Was wiegt denn nun schlimmer? Das sich Frau Hamelmann für Werbung hat bezahlen lassen oder, dass durch die Tugendwächter und Neidhammel eine kreative und interessante Stimme zum Schweigen gebracht wurde? Auch hier wurde einfach nur Zensur ausgeübt. Die simple und brutale Zensur des Mobs.
    Diejenigen, welche dabei immer so aktiv sind, können sich die Kritik an der Bundesursel gerne sparen. Denn sie sollten zuerst einmal vor der eigenen Tür kehren.

    Noch etwas zur Werbung von Vodafone. Wozu musste man denn eine Schnutinger “abwatschen”? Die ganze Kampagne ist doch dank des Lobo eh voll nach hinten losgegangen.

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Schnutinger

17. August 2009 05:45

Lieber Freund

Eine Erfahrung für’s Leben machte dieser Tage Schnutinger, alias Ute Hamelmann, die für ihre Mitwirkung bei der Medienkampagne „Generation Upload“ der Firma Vodafon von der Web-Gemeinde heftig abgewatscht wurde.
Also ich mag „Schnutinger“, es ist gut gemacht, die Figuren sind so originell wie die Sprüche, die Site ist gut und ideenreich gemacht.
Deshalb kann ich nicht verstehen, warum sich die Macherin einer guten Webpräsenz von einer Firma wie Vodafone für eine derart blödsinnige Werbekampagne anheuern lässt.
Dass sich ein Typ wie Sascha Lobo für schnödes Geld und schalen Ruhm bei jeder Gelegenheit zum Affen macht ist mir klar, denn der Mann hat außer krudem Gefasel nicht allzu viel unter seiner Periodenbürste.
Dass sich Leute wie Sascha Lobo für jeden Scheiß anheuern lassen, ist spätestens seit „Du bist Deutschland“ bekannt, sei es aus Überzeugung, aus Profilierungssucht, aus Geldgier, aus Berufung oder was auch immer.
Auch dass das Netz voll kreativer herrlicher Ideen ist, die sich zwischen völlig irren Phantasien und einem riesengroßen Haufen Scheißdreck verbergen, ist bekannt.
Dass die Netz-Gemeinde oder wie im vorliegenden Fall die „Blogosphäre“ mimosenhaft reagiert und zur Hexenverbrennung und Vierteilung neigt, ist auch bekannt.
Und dass permanent versucht wird, das Netz zu kommerzialisieren und zu überwachen, ist auch nicht gerade neu.
Neu ist auch nicht, dass Werbung für gewöhnlich dumm und wenig informativ ist, denn für wirklich gute Produkte muss man nicht werben, das spricht sich auch heute noch rum. Und im Netz sogar sehr schnell.

Und so hat sich im Netz die Werbekampagne von Vodafone schnell rumgesprochen und auch dass, Mitglieder der Web-Gemeinde zum Erzfeind übergelaufen sind. Denn, sind wir doch mal ehrlich, wer sind denn die größten Feinde eines Nutzers digitaler Kommunikation.
Ist das vielleicht der Bäcker um die Ecke oder der Metzger unten an der Straße?
Sicher nicht!. Es sind die Telekommunikationsdienstleister, die Netzzugangsprovider, die Hoster und die Vorratsdatenspeicherer und die Netzüberwacher. Sollte ich noch jemand vergessen haben, so bitte ich um Entschuldigung. Den Einen geht es um Macht und Kontrolle und den Anderen um möglichst viel Profit. Zielgruppe in beiden Fällen sind die Nutzer moderner Kommunikationsmittel.
Und die haben ihren Unmut in vielfältiger, manchmal auch einfältiger und in einigen Fällen auch unflätiger Form zum Ausdruck gebracht. Diese dunkle Macht des Internet-Universums werden noch ganz andere Leute zu spüren bekommen.

Hätte Schnutinger Werbung für gähnfreie Babynahrung gemacht oder ihre Büchlein über Google-Books beworben, wären die Wellen des Internets sicher nicht derart heftig über sie hergefallen. So aber ging die Kuh zum gleichen Metzger, bei dem sich auch schon Sascha Lobo zum Ochsen macht.
Mitleid ist unangebracht, Wundenlecken verständlich, Schmollen auch.
Reue und die Erkenntnis, dass jeder der versucht sein Haupt höher zu tragen, als dies der Internetgemeinde gefällt, gnadenlos einen Kopf kürzer gemacht wird, werden sicher auch nicht schaden.

In diesem Sinne.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 17. August 2009 um 05:45:53 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Schnutinger”

  1. Mona.Ohne.Lisa meint:

    *Mitleid ist unangebracht, Wundenlecken verständlich, Schmollen auch.*

    Herr Machopan,
    ich stimme Ihnen fast zu.
    “fast” insofern:
    Wundenlecken und Schmollen sollte sich nur auf einen kurzen Zeitraum beschränken.

  2. J. Fuhrmann meint:

    Leider werde ich den Eindruck nicht los, das für Einige in der Netzgemeinde der “Erzfeind” vor allen Dingen darum ein “Erzfeind” ist, weil er nicht sie sondern eben Schnutinger honoriert hat. Das hat dann nichts mehr mit Kritik zu tun. Ich würde es einfach nur Mobbing nennen.

    Was wiegt denn nun schlimmer? Das sich Frau Hamelmann für Werbung hat bezahlen lassen oder, dass durch die Tugendwächter und Neidhammel eine kreative und interessante Stimme zum Schweigen gebracht wurde? Auch hier wurde einfach nur Zensur ausgeübt. Die simple und brutale Zensur des Mobs.
    Diejenigen, welche dabei immer so aktiv sind, können sich die Kritik an der Bundesursel gerne sparen. Denn sie sollten zuerst einmal vor der eigenen Tür kehren.

    Noch etwas zur Werbung von Vodafone. Wozu musste man denn eine Schnutinger “abwatschen”? Die ganze Kampagne ist doch dank des Lobo eh voll nach hinten losgegangen.

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