Einwanderung

21. April 2006 05:45

In den Medien kann man mal wieder viel über Migration und Integration lesen.
Auch in den Internetforen gibt es viele Beiträge zu bewundern und zu bestaunen. Die Kommentare der Politiker zur Lage sind wie immer: „wenig fachkundig, an der Sache vorbei, kaum hilfreich, überwiegend eigennützig, mediengeil, flüchtig und letztendlich ist es schade um die Zeit, die man sich genommen hat um den Worthülsen zuzuhören.“

Nun muss man wirklich kein Gelehrter sein um zu verstehen was seit Jahren in und mit unserem Land geschieht und welche Interessen ursächlich dahinter stehen.
Man muss nur die Augen aufmachen, sich die Dinge ansehen und zwei und zwei zusammenzählen. Viele haben das getan und sich Gedanken darüber gemacht. Geäußert haben diese Gedanken die wenigsten.
Über die Ereignisse und Veränderungen in der eigenen näheren Umgebung hat man hinweg gesehen und höchstens mal im Freundeskreis oder im Gespräch mit Verwandten das Thema gestreift.

Jetzt eskaliert dieses Thema und wiederum wird es zum Spielball politischer, wirtschaftlicher und persönlicher Interessen.
Dabei ist es alles so einfach. So einfach, wie in Kriminalromanen die Frage, die meist zur Entlarvung des Täters führt oder die Frage die sich Steuerermittler stellen, wenn sie auf ein undurchsichtiges Konstrukt aus Firmen, Personen und Funktionen stoßen.
Die Frage lautet: „Wem nützt das, wer zieht seine Vorteile daraus, wer hat ein Interesse daran, dass es so ist wie es ist, dass es so bleibt wie es ist oder wer hat ein Interesse daran, dass es sich ändert?“.

Mit dieser Fragestellung kann man nicht nur die letztendlich auf privaten Profit gerichteten Aktivitäten unserer politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen hinterfragen, sondern auch so abstrakte Dinge wie die Zuwanderung

Also, wem nützt die Zuwanderung?
Und welche Gründe bewegen Menschen dazu ihr angestammtes Heimatland zu verlassen?
Bei Wikipedia kann man die wichtigsten Gründe für die Zuwanderung nachlesen:

1. Wegen besserer Arbeits- und Lebensbedingungen
2. Aus politischen Gründen
3. Aus religiösen oder sprachlich-kulturellen Gründen
4. Aus Gründen der Familienzusammenführung
5. Als Flüchtlinge wegen akuter Bedrohung durch Krieg, Bürgerkrieg, Hungersnot oder gezielter Vertreibung
6. Als angeworbene Siedler
7. Zwangsweise Zuwanderung durch Versklavung und Verschleppung
8. Aus persönlicher Neigung zu dem aufnehmenden Land

Bei den Punkten 1 bis 4 liegen die eigentlichen Beweggründe sicher in der persönlichen Situation des Zuwanderers, der sich durch die räumliche Veränderung persönliche Vorteile für sich und seine Angehörigen erhofft.
Beweggrund Nummer 5 liegt wohl ebenfalls im persönlichen Bereich des Auswanderers oder Flüchtlings. Der wesentliche Unterschied liegt aber darin, dass der Aufenthalt im Gastland nur temporär geplant ist und nach Normalisierung der Lage im Heimatland zeitnah die Rückkehr erfolgt.

Anders sieht es aus beim Punkt Nummer 6. Hier überwiegen eindeutig die Interessen des Gastlandes, wobei beim Zuwanderer sicher dabei auch Beweggrund Nummer 1 eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

Punkt Nummer 7 darf man sicher, zumindest im europäischen Raum, vernachlässigen wenn man mal von den Beweggründen im Zusammenhang mit der zwangsweisen Prostitution absieht.

Auch Punkt Nummer 8 spielt, zumindest für die Zuwanderung nach Deutschland, nur eine untergeordnete Rolle.

Und jetzt wenden wir uns mal den Gründen 1 bis 4 zu und ich denke man muss nicht lange darüber diskutieren, um die eingangs gestellte Frage „Wen nützt das, wer zieht daraus seine Vorteile?“ zu beantworten, denn wäre ein primäres Interesse des Zuwanderungslandes gegeben, würde es sich eindeutig um die gezielte Anwerbung von Siedlern zur Kultivierung wenig besiedelter Gebiete oder um die Lösung sozialer, wirtschaftlicher und/oder politischer Probleme handeln.
Da nun die Bundesrepublik Deutschland selbst nach der Wiedervereinigung im Vergleich zu ihren Nachbarländern eine sehr hohe Besiedlungsdichte aufweist, bleibt eigentlich nur die Lösung sozialer, wirtschaftlicher und/oder politischer Probleme übrig.

Da in den Industriestaaten die Prioritäten meist von der Wirtschaft bzw. dem Kapital gesetzt werden und die Politik zunehmend zum willigen Helfershelfer dieser Interessen degeneriert ist, haben soziale Probleme nur eine nachrangige Bedeutung.
Deutlich wird dies auf einfache Art bei der Anwerbung der Gastarbeiter in den 1960er Jahren, die aus rein wirtschaftlichen Gründen ins Land geholt wurde. Ein entsprechender Beitrag bei Wikipedia ist sehr lesenswert, denn er zeigt auf sehr verständliche Weise die Entstehung der heutigen Probleme. Bis 1973 kamen auf diese Weise etwa 4 Millionen Gastarbeiter aus Italien, Spanien, Portugal, Jugoslawien, Griechenland und der Türkei nach Deutschland.
Man muss kein Gelehrter sein um zu verstehen, wer davon profitiert hat.
Bereits Anfang der 1970er Jahre zeigte sich, dass die ursprüngliche Annahme eines befristeten Aufenthaltes in Deutschland verfehlt war. So wurde aus Punkt 8 der Zuwanderungsgründe klamm und heimlich der Punkt 1, bei dem persönliche Gründe des Zuwanderers im Vordergrund stehen. Trotz Anwerbestopp wurde die Bundesrepublik in den Folgejahren durch den Zuzug von Familienangehörigen zu einem Einwanderungsland, was aber von allen bundesdeutschen Regierungen bis Ende der 90er Jahre bestritten und ignoriert wurde. Wie bereits weiter oben erwähnt, die Politik als Helfer für Wirtschaft und Kapital.

Doch nun schreiben wir das Jahr 2006.
Rot-Grünes Multi-Kulti, die Grenzöffnungen und die rasche Erweiterungen der Europäischen Union haben die Lage ebenso verschärft wie die Globalisierung, die einseitige Belastung der Arbeit mit Lohnnebenkosten, Abwanderung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit.
Man muss kein Gelehrter sein, um zu verstehen wer davon profitiert.

Jetzt sind wir am Ende der Kette angekommen, denn nun plötzlich verlangt die Politik, noch immer bestens gesteuert von Wirtschaft und Kapital, radikale Veränderungen der sozialen Sicherungssysteme in die Arbeitnehmer jahrzehntelang treu und brav ihre Beiträge entrichten mussten.

Der Gürtel muss enger geschnallt, die Systeme umgebaut, die Leistungen gekürzt werden. Man braucht mehr Kinder, hat zu viele Arbeitslose, zu wenige Lehrstellen und zu viele Ausländer.
Man muss kein Gelehrter sein um zu verstehen, wer davon profitiert.

Sie sind es nicht, ich auch nicht und die meisten der in den letzten Jahrzehnten erfolgreich aus westeuropäischen Ländern migrierten „Ausländer“ auch nicht.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. April 2006 um 05:45:52 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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21. April 2006 05:45

In den Medien kann man mal wieder viel über Migration und Integration lesen.
Auch in den Internetforen gibt es viele Beiträge zu bewundern und zu bestaunen. Die Kommentare der Politiker zur Lage sind wie immer: „wenig fachkundig, an der Sache vorbei, kaum hilfreich, überwiegend eigennützig, mediengeil, flüchtig und letztendlich ist es schade um die Zeit, die man sich genommen hat um den Worthülsen zuzuhören.“

Nun muss man wirklich kein Gelehrter sein um zu verstehen was seit Jahren in und mit unserem Land geschieht und welche Interessen ursächlich dahinter stehen.
Man muss nur die Augen aufmachen, sich die Dinge ansehen und zwei und zwei zusammenzählen. Viele haben das getan und sich Gedanken darüber gemacht. Geäußert haben diese Gedanken die wenigsten.
Über die Ereignisse und Veränderungen in der eigenen näheren Umgebung hat man hinweg gesehen und höchstens mal im Freundeskreis oder im Gespräch mit Verwandten das Thema gestreift.

Jetzt eskaliert dieses Thema und wiederum wird es zum Spielball politischer, wirtschaftlicher und persönlicher Interessen.
Dabei ist es alles so einfach. So einfach, wie in Kriminalromanen die Frage, die meist zur Entlarvung des Täters führt oder die Frage die sich Steuerermittler stellen, wenn sie auf ein undurchsichtiges Konstrukt aus Firmen, Personen und Funktionen stoßen.
Die Frage lautet: „Wem nützt das, wer zieht seine Vorteile daraus, wer hat ein Interesse daran, dass es so ist wie es ist, dass es so bleibt wie es ist oder wer hat ein Interesse daran, dass es sich ändert?“.

Mit dieser Fragestellung kann man nicht nur die letztendlich auf privaten Profit gerichteten Aktivitäten unserer politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen hinterfragen, sondern auch so abstrakte Dinge wie die Zuwanderung

Also, wem nützt die Zuwanderung?
Und welche Gründe bewegen Menschen dazu ihr angestammtes Heimatland zu verlassen?
Bei Wikipedia kann man die wichtigsten Gründe für die Zuwanderung nachlesen:

1. Wegen besserer Arbeits- und Lebensbedingungen
2. Aus politischen Gründen
3. Aus religiösen oder sprachlich-kulturellen Gründen
4. Aus Gründen der Familienzusammenführung
5. Als Flüchtlinge wegen akuter Bedrohung durch Krieg, Bürgerkrieg, Hungersnot oder gezielter Vertreibung
6. Als angeworbene Siedler
7. Zwangsweise Zuwanderung durch Versklavung und Verschleppung
8. Aus persönlicher Neigung zu dem aufnehmenden Land

Bei den Punkten 1 bis 4 liegen die eigentlichen Beweggründe sicher in der persönlichen Situation des Zuwanderers, der sich durch die räumliche Veränderung persönliche Vorteile für sich und seine Angehörigen erhofft.
Beweggrund Nummer 5 liegt wohl ebenfalls im persönlichen Bereich des Auswanderers oder Flüchtlings. Der wesentliche Unterschied liegt aber darin, dass der Aufenthalt im Gastland nur temporär geplant ist und nach Normalisierung der Lage im Heimatland zeitnah die Rückkehr erfolgt.

Anders sieht es aus beim Punkt Nummer 6. Hier überwiegen eindeutig die Interessen des Gastlandes, wobei beim Zuwanderer sicher dabei auch Beweggrund Nummer 1 eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

Punkt Nummer 7 darf man sicher, zumindest im europäischen Raum, vernachlässigen wenn man mal von den Beweggründen im Zusammenhang mit der zwangsweisen Prostitution absieht.

Auch Punkt Nummer 8 spielt, zumindest für die Zuwanderung nach Deutschland, nur eine untergeordnete Rolle.

Und jetzt wenden wir uns mal den Gründen 1 bis 4 zu und ich denke man muss nicht lange darüber diskutieren, um die eingangs gestellte Frage „Wen nützt das, wer zieht daraus seine Vorteile?“ zu beantworten, denn wäre ein primäres Interesse des Zuwanderungslandes gegeben, würde es sich eindeutig um die gezielte Anwerbung von Siedlern zur Kultivierung wenig besiedelter Gebiete oder um die Lösung sozialer, wirtschaftlicher und/oder politischer Probleme handeln.
Da nun die Bundesrepublik Deutschland selbst nach der Wiedervereinigung im Vergleich zu ihren Nachbarländern eine sehr hohe Besiedlungsdichte aufweist, bleibt eigentlich nur die Lösung sozialer, wirtschaftlicher und/oder politischer Probleme übrig.

Da in den Industriestaaten die Prioritäten meist von der Wirtschaft bzw. dem Kapital gesetzt werden und die Politik zunehmend zum willigen Helfershelfer dieser Interessen degeneriert ist, haben soziale Probleme nur eine nachrangige Bedeutung.
Deutlich wird dies auf einfache Art bei der Anwerbung der Gastarbeiter in den 1960er Jahren, die aus rein wirtschaftlichen Gründen ins Land geholt wurde. Ein entsprechender Beitrag bei Wikipedia ist sehr lesenswert, denn er zeigt auf sehr verständliche Weise die Entstehung der heutigen Probleme. Bis 1973 kamen auf diese Weise etwa 4 Millionen Gastarbeiter aus Italien, Spanien, Portugal, Jugoslawien, Griechenland und der Türkei nach Deutschland.
Man muss kein Gelehrter sein um zu verstehen, wer davon profitiert hat.
Bereits Anfang der 1970er Jahre zeigte sich, dass die ursprüngliche Annahme eines befristeten Aufenthaltes in Deutschland verfehlt war. So wurde aus Punkt 8 der Zuwanderungsgründe klamm und heimlich der Punkt 1, bei dem persönliche Gründe des Zuwanderers im Vordergrund stehen. Trotz Anwerbestopp wurde die Bundesrepublik in den Folgejahren durch den Zuzug von Familienangehörigen zu einem Einwanderungsland, was aber von allen bundesdeutschen Regierungen bis Ende der 90er Jahre bestritten und ignoriert wurde. Wie bereits weiter oben erwähnt, die Politik als Helfer für Wirtschaft und Kapital.

Doch nun schreiben wir das Jahr 2006.
Rot-Grünes Multi-Kulti, die Grenzöffnungen und die rasche Erweiterungen der Europäischen Union haben die Lage ebenso verschärft wie die Globalisierung, die einseitige Belastung der Arbeit mit Lohnnebenkosten, Abwanderung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit.
Man muss kein Gelehrter sein, um zu verstehen wer davon profitiert.

Jetzt sind wir am Ende der Kette angekommen, denn nun plötzlich verlangt die Politik, noch immer bestens gesteuert von Wirtschaft und Kapital, radikale Veränderungen der sozialen Sicherungssysteme in die Arbeitnehmer jahrzehntelang treu und brav ihre Beiträge entrichten mussten.

Der Gürtel muss enger geschnallt, die Systeme umgebaut, die Leistungen gekürzt werden. Man braucht mehr Kinder, hat zu viele Arbeitslose, zu wenige Lehrstellen und zu viele Ausländer.
Man muss kein Gelehrter sein um zu verstehen, wer davon profitiert.

Sie sind es nicht, ich auch nicht und die meisten der in den letzten Jahrzehnten erfolgreich aus westeuropäischen Ländern migrierten „Ausländer“ auch nicht.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. April 2006 um 05:45:52 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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