Wahlabstinenzler

10. April 2006 05:45

Was denken Sie ist wohl schlimmer für eine Nation: 55% Gewohnheitstrinker oder 55% Wahlabstinenzler.
Also wenn man sich die Kommentare in den Medien zum Ausgang der Landtagswahlen ansieht und das Gezeter der Parteien hört, dann ist die Antwort eindeutig: „Wahlabstinenzler sind der Wermutstropfen dieser Wahl“.

Na, das ist doch schon mal was in einer Zeit in der viele Wähler von Wasser und Brot leben bevor sie ihren Willen der Urne übergeben um ihn dort bis zur nächsten Wahl begraben zu sehen!
Man muss als Bürger schon ziemlich besoffen sein, um an das System der Macht die vom Volke ausgeht noch glauben zu können.

So richtig Speed würde doch dieses Jammern der Politiker erst aufnehmen, wenn Wahlen neben dem seit Jahren obligatorischen Stimmverlust noch mit ein paar Schikanen versehen wären. Ganz lustig wäre neben der zur Abwehr neuer Parteien eingebauten 5%-Hürde doch eine Mindestwahlbeteiligung von 50%. Denn wenn nicht mindestens die Hälfte der Wahlberechtigten ihr Stimme abgeben, dann kann man doch eigentlich von einer „demokratischen“ Wahl gar nicht mehr sprechen.

So machten sich in Sachsen-Anhalt nur noch 44 % der Wähler auf den Weg ins Wahllokal um ihre Stimme zu erheben, was dazu führte, dass Regierungschef Wolfgang Böhmer (CDU) nur von 15 Prozent der Wahlberechtigten gewählt wurde.
Das ist höchstens noch eine „respektable Minderheit“ und hat mit dem immer gerne zitierten „Wählerauftrag“ und der „Legitimierung durch die Mehrheit“ wirklich nichts mehr zu tun.

Dabei ist es ja nicht so, dass die Wähler nicht gewählt hätten. Sie haben sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, was sie von dem zur Wahl stehenden Angebot halten: NIX!
Die Mehrheit hält davon absolut NIX.

Von „Experten“ wird allerdings bestritten, dass die „Partei der Nichtwähler“ mehr verbindet als die Tatsache, dass sie nicht wählen. Daher sei der Begriff der „stärksten Partei“ schlicht unsinnig. Leider wird bei dieser Betrachtung übersehen, dass die Wähler der anderen Parteien auch nicht mehr verbindet als die Stelle wo sie auf dem Wahlzettel ihr Kreuz machen, weil sie mit den anderen Parteien ihr Kreuz haben.

Rund 175.000 mögliche SPD-Wähler wollten bei der Spitzenkandidatin der SPD, Ute Vogt kein Kreuz machen, weil es der nicht gelungen war „ihre Wähler zu mobilisieren“.
Warum sollte auch ein männlicher Wähler die Orgasmen vortäuschende Frau Ute Vogt wählen?
So was hat man(n) doch zu Hause!
Dafür schwingt man(n) seinen Adoniskörper doch nicht vom heimischen Sofa in so eine muffelige Peepshow-Wahlkabine um in aller Hektik seinem staatsbürgerlichen Bedürfnis nachzukommen während draußen schon der nächste freie Wähler mit den Füßen scharrt.
Dann schon lieber Briefwahl.

Aber selbst da kann der Wähler nicht mehr sicher sein, dass sein Wille Berücksichtigung findet.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 10. April 2006 um 05:45:50 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Wahlabstinenzler

10. April 2006 05:45

Was denken Sie ist wohl schlimmer für eine Nation: 55% Gewohnheitstrinker oder 55% Wahlabstinenzler.
Also wenn man sich die Kommentare in den Medien zum Ausgang der Landtagswahlen ansieht und das Gezeter der Parteien hört, dann ist die Antwort eindeutig: „Wahlabstinenzler sind der Wermutstropfen dieser Wahl“.

Na, das ist doch schon mal was in einer Zeit in der viele Wähler von Wasser und Brot leben bevor sie ihren Willen der Urne übergeben um ihn dort bis zur nächsten Wahl begraben zu sehen!
Man muss als Bürger schon ziemlich besoffen sein, um an das System der Macht die vom Volke ausgeht noch glauben zu können.

So richtig Speed würde doch dieses Jammern der Politiker erst aufnehmen, wenn Wahlen neben dem seit Jahren obligatorischen Stimmverlust noch mit ein paar Schikanen versehen wären. Ganz lustig wäre neben der zur Abwehr neuer Parteien eingebauten 5%-Hürde doch eine Mindestwahlbeteiligung von 50%. Denn wenn nicht mindestens die Hälfte der Wahlberechtigten ihr Stimme abgeben, dann kann man doch eigentlich von einer „demokratischen“ Wahl gar nicht mehr sprechen.

So machten sich in Sachsen-Anhalt nur noch 44 % der Wähler auf den Weg ins Wahllokal um ihre Stimme zu erheben, was dazu führte, dass Regierungschef Wolfgang Böhmer (CDU) nur von 15 Prozent der Wahlberechtigten gewählt wurde.
Das ist höchstens noch eine „respektable Minderheit“ und hat mit dem immer gerne zitierten „Wählerauftrag“ und der „Legitimierung durch die Mehrheit“ wirklich nichts mehr zu tun.

Dabei ist es ja nicht so, dass die Wähler nicht gewählt hätten. Sie haben sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, was sie von dem zur Wahl stehenden Angebot halten: NIX!
Die Mehrheit hält davon absolut NIX.

Von „Experten“ wird allerdings bestritten, dass die „Partei der Nichtwähler“ mehr verbindet als die Tatsache, dass sie nicht wählen. Daher sei der Begriff der „stärksten Partei“ schlicht unsinnig. Leider wird bei dieser Betrachtung übersehen, dass die Wähler der anderen Parteien auch nicht mehr verbindet als die Stelle wo sie auf dem Wahlzettel ihr Kreuz machen, weil sie mit den anderen Parteien ihr Kreuz haben.

Rund 175.000 mögliche SPD-Wähler wollten bei der Spitzenkandidatin der SPD, Ute Vogt kein Kreuz machen, weil es der nicht gelungen war „ihre Wähler zu mobilisieren“.
Warum sollte auch ein männlicher Wähler die Orgasmen vortäuschende Frau Ute Vogt wählen?
So was hat man(n) doch zu Hause!
Dafür schwingt man(n) seinen Adoniskörper doch nicht vom heimischen Sofa in so eine muffelige Peepshow-Wahlkabine um in aller Hektik seinem staatsbürgerlichen Bedürfnis nachzukommen während draußen schon der nächste freie Wähler mit den Füßen scharrt.
Dann schon lieber Briefwahl.

Aber selbst da kann der Wähler nicht mehr sicher sein, dass sein Wille Berücksichtigung findet.

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