Rentenbetrüger

16. November 2009 05:45

Lieber Freund

20 Millionen Rentner bekommen jährlich acht Milliarden Euro mehr Geld, als ihnen im Interesse einer gleichmäßigen Lastenteilung mit den Jüngeren und der langfristigen Finanzierbarkeit des Systems zusteht“, meldet die FAZ just zum Beginn der tollen Tage und schließt daraus, dass damit „in der Rentenfrage bald wieder Musik drin ist“.

Eigentlich sollte man über einen solchen Schwachsinn hinweg lesen und ihn unter der Rubrik „dummdreiste Scherze“ ablegen oder gleich ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Volksverdummung einleiten, doch leider ist diese Art der Meinungsäußerung, im Gegensatz zu Volksverhetzung, nicht verboten. Als nächstes wird also die Redakteurin Heike Göbel dann wohl über die Gefährdung der Umwelt durch „La Paloma“ furzende Rentner berichten, die der jüngeren Generation nicht nur die gute Luft wegatmen, sondern sie auch noch mit ihren widerlichen Abgasen belasten.

Für mich persönlich ist es immer wieder erstaunlich, wie willig sich Mitarbeiter der Mainstreampresse in den Dienst einer Sache stellen lassen und dabei ihren gesunden Menschenverstand samt angehörter Bildung völlig skrupellos beiseite legen oder gleich über Bord werfen. Dabei wäre es doch so einfach die Wahrheit zu schreiben und Fakten zu nennen, wie zum Beispiel, dass zwischen den Einnahmen und Ausgaben des Rentensystems eine Lücke von jährlich 8 Milliarden Euro klafft. Und wenn man dann dieser Tatsache nachgehen würde und die Auswirkungen von Frühverrentung, Langzeitarbeitslosigkeit, Niedriglöhnen, mangelnder Ausbildung und globalisierten Arbeitsplätzen auf die nationalstaatliche Altersvorsorge aufzeigen möchte …, aber das wäre dann doch wirklich zuviel erwartet.

Natürlich weiß die studierte Volkswirtschaftlerin und FAZ-Redakteurin Göbel ganz genau, dass 20 Millionen Rentner nicht jeden Monat eigenmächtig in die Rentenkasse greifen und daraus 33,33 Euro entwenden.
Als Arbeitnehmerin bei der FAZ weiß Frau Göbel auch, dass die meisten Rentenempfänger sich zwangsweise durch jahrzehntelange Beitragszahlungen ein Recht auf eine Rente erworben haben.
Und als Mutter zweier Kinder weiß Frau Göbel auch, dass die jüngere Generation üblicherweise aus den Nachkommen der älteren Generation besteht. Also kann man durchaus davon ausgehen, dass Mutter Göbel auch weiß, was eine Familie ist und was es kostet den Nachwuchs großzuziehen.

Selbstverständlich kennt die Redakteurin Göbel das bundesdeutsche Rentenversicherungssystem und weiß auch um dessen Schwächen und Probleme.
Und natürlich weiß sie auch ganz genau, dass die ehemals rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und heutigen transferleistungsempfangenden Rentner nicht das wirkliche Problem sind.

Also warum also schreibt die Frau dann einen solchen Schwachsinn?
Nur weil sie dafür bezahlt wird?
Oder weil es besser für sie ist, wenn sie ihren Verstand beim Betreten der Redaktion abgibt und ganz auf Mainstreamjournalistin macht. Das ist sicher gut und dienlich für die Karriere, aber eben weniger gut für die Glaubwürdigkeit.

Nachdem Frau Göbel bereits mit dem Karl-Bräuer-Preis des Steuerzahlerbundes und dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet wurde, denke ich man sollte ihr auch noch für ihre Verdienste um die systemideologische Aufklärung des deutschen Volkes im Generationenkonflikt den „Karl-Eduard von Schnitzler-Preis“ zukommen lassen.

Machopan
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Regierungserklärung

11. November 2009 15:46

Lieber Freund

Wie man durch eine souveräne 180-Grad-Drehung aus einem leichten Aufwind einen heftigen Gegenwind macht, zeigte die „eiserne Kanzlerin“ dem tumben Souverän mit ihrer „Regierungserklärung für Dummies“.
War vor der Wahl noch ein leichter Aufschwung wetterbestimmend, wird die Deutschen nun nach der Wahl die volle Wucht der schwersten Krise erreichen - orakelte Wetterfee Angie munter drauf los und hantierte dabei mit den für sie so typisch üblen, absolut nichtssagenden Worthülsen:
Nicht die Augen verschließen - es geht erst nach unten, ehe es wieder aufwärts geht - die Karten werden neu gemischt - Steuern müssten einfach, niedrig und gerecht sein - usw, usw, und bla, bla, bla“.

Sie erinnern sich sicher, dass die Pfarrerstochter bei ihrem Amtsantritt vor vier Jahren gelobte, „dass sie Deutschland dienen wolle“ und dabei die Hand zum Schwur hob, „so wahr mir Gott helfe“.
Nun haben wir ja, bis auf wenige Auserwählte, in den letzten schwarz-roten Jahren erfahren müssen, dass Gott ihr diese Hilfe leider versagt hat und sie völlig ohne himmlische Erleuchtung durch ihr irdisches Dunkel tappte und das Land weiter in die Scheiße führte.
Dass sie jetzt als Frontfrau der schwarz-gelben Kungelgruppe zum Aufbruch bläst und „Deutschland zu neuer Stärke führen“ will, lässt das Allerschlimmste zur Gewissheit werden.

Die staatstragenden Medien der Familien Mohn und Springer scheuen sich nicht aus dem Blech der Worthülsen dieser Regierungserklärung hurtig eine „eiserne Kanzlerin“ zu schmieden, was nicht nur für Margarete Thatcher sondern auch für Otto von Bismarck eine geschichtsverfälschende Verunglimpfung darstellt, reicht es bei der ostdeutsche Mauerwachtel Angela doch völlig aus, sich visionär satte fünf Punkte auf das schwarz-rot-senffarbige Banner mit dem Bundespleitegeier zu heften.

  1. Wir müssen die Folgen der Finanzkrise überwinden.
  2. Wir müssen das Verhältnis der Bürger zum Staat verbessern.
  3. Wir müssen die Folgen der demographischen Entwicklung beachten.
  4. Wir müssen den internationale Klima- und Umweltschutz verbessern.
  5. Wir müssen den Zusammenhang von Freiheit und Sicherheit festigen.

Und dazu brauchen wir natürlich

  1. Frau Merkel
  2. Vertrauen
  3. Zuversicht
  4. Motivation

So wahr uns Gott helfe und in Ewigkeit - Amen!
Und was machen wir jetzt mit all den Atheisten?

Ach übrigens, in Frankreich ist heute am 11. November ein Feiertag.
Nein, die Franzosen feiern nicht den Beginn der Karnevalssaison, sondern den Waffenstillstand von Compiègne im Jahre 1918 und das damit verbundene Ende des 1. Weltkriegs.

Machopan
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Wahlsplitter

21. September 2009 05:45

Lieber Freund

Die Medien haben es im „Wahlkampf“ locker geschafft, die absolute Nulllinie des eigenständigen politischen Denkens nach unten zu durchbrechen, nachdem es ihnen während der Finanzkrise schon mühelos möglich war, die Seichtigkeit ihres Wirtschaftswissen nachhaltig unter Beweis zu stellen.
Dass sie nach jahrelanger Komplizenschaft mit Politik und Wirtschaft die demokratischen Spielregeln nicht mehr verstehen (wollen/dürfen), daran hat man sich als Bürger, Wähler, Steuerzahler, Leibeigener und potenzieller Terrorist und Krimineller ja bereits gewöhnt. Aber warum sich nun, eine Woche vor der „Schicksalswahl“, die Redaktion des Spiegel auch noch zu den „Splitterparteien“ der bunten Republik und zu „Parlamentsmehrheiten unterhalb der 50-Prozent-Marke“ äußern muss und die Gefährdung der Demokratie an die Wand malt, kann man eigentlich nur noch damit erklären, dass das Argument mit der drohenden Gefahr von Rechts nicht mehr so richtig zieht.

Nun weiß man ja aus eigener Erfahrung, dass Splitter extrem gefährlich sein können, sind sie doch in der Regel scharfkantige Bruchstücke eines ehemals intakten Gegenstandes der durch Gewalteinwirkung kaputt gegangen ist.
Normalerweise stellt sich in einem solchen Fall immer die Frage nach dem Verursacher der Zersplitterung, nicht so jedoch bei der demokratischen Zersplitterung, denn einzelne Splitter mit einem Größenanteil von 5% kann man getrost ignorieren, außer es wären zu viele Splitter, denn dann müsste man von einem Scherbenhaufen sprechen.

Im Wahljahr 2009 haben sich über 100 Splitterparteien beim Bundeswahlleiter registrieren lassen. Mit der Pauli-Partei und einigen Anderen wären noch mehr von der Partie gewesen, aber das konnte man der CSU, der dienstältesten Splitterpartei Deutschlands dann doch nicht antun.
Dabei hätte gerade die CSU allen Anlass der Frau Pauli dankbar zu sein, hat sie es doch immerhin geschafft den Edmund Stoiber zum Bürokratieabbau nach Brüssel zu befördern, nach dem er in seiner Funktion als Bayerischer Ministerpräsident wegen angeborener Sprachschwäche noch nicht einmal den Weg vom Münchner Hauptbahnhof zum Franz-Josef-Strauß Flughafen im Erdinger Ried beschreiben konnte.
Der Dank der Kraft seiner Lenden ins Amt gezerrte Horst Seehofer sollte diesen christlich-sozialen-Unionssplitter eigentlich befruchten und nicht nur schänden wie seine Amtsvorgänger, hat aber nicht die Eier mit diesem bayrischen Splitter bundesweit zur Wahl anzutreten, sondern keilt sich auf Landesebene lieber mit der FDP, die von der noch amtierenden Bundeskanzlerin auf Bundesebene gerade zum Treueschwur animiert wird, damit das Guido endlich zum ersten schwulen Außenminister des Landes gekürt werden kann.
Als ob es nichts Wichtigeres geben würde, läuft seit Monaten das Ampelgehampel durch die Medien, stets gefüttert von neuen Umfragen und Kaffeesatzlesereien. Dabei spielt es doch überhaupt keine Rolle, wer mit wem nach der Wahl ins Bett steigt, denn Rot-Grün war für die Menschen in diesem Land nicht das Gelbe vom Ei und Schwarz-Rot war noch um einige Nuancen schlimmer. Warum also sollte aus Schwarz-Gelb oder Rot-Rot-Grün oder Schwarz-Grün nach der Wahl statt einem kackfarbenen Eintopf plötzlich ein brillantes Farbenpotpourri werden?

Am Abend des kommenden Wahlsonntags werden sich die „Sieger“ wieder in die Brust werfen und völlig vergessen, dass bei stetig sinkender Wahlbeteiligung und zunehmender Zersplitterung der politischen Landschaft ihre eigene Wählerschaft dahinschmilzt wie Gletschereis in der Klimakatastrophe. Gut, Angela Merkel wird sicher nicht promillegedopt aus der Kulisse stolpern wie einst Bundeskasper Schröder und darüber philosophieren welche politischen Farbspielchen mit ihr als Kanzlerin nicht möglich sind, während hinter den Kulissen schon das Stühlerücken und Stühlesägen tobt. Statt dessen wird das Angela insgeheim froh sein, wenn sie selbst mit einem blauen Auge davongekommen ist und ihre nächste Regierungserklärung gleich im Büro von Herrn Ackermann abgeben.

Am Wahlabend werden wir von den Splitterparteien nicht viel hören, außer die lapidare Bemerkung der Moderatorenlobby, dass diverse krude politische Gruppierungen wie die „Deutsche Realisten Partei“, die „Warum-Partei Deutschlands“ oder die „Männer-Partei“ dank der 5%-Prozent-Hürde daran gehindert werden konnten den politischen Willen ihrer Wähler ins Parlament zu tragen und an der Bildung eines funktionsfähigen Parlaments zum Wohle des Volkes mitzuwürgen. Dass das bundesdeutsche Wahlrecht in weiten Teilen nicht verfassungskonform ist und das Parlament seit Jahren nur noch eine einzige Kungelrunde aus Parteifilz und Lobbyisteninteressen ist und den gewählten Volksvertretern der Wille des Volkes am Arsch vorbeigeht, interessiert doch noch nicht einmal mehr das Bundesverfassungsgericht.

Daher kann der SPIEGEL auch getrost schreiben, dass jeder Wähler der „eine sonstige Partei wählt, die nicht über die Fünf-Prozent-Hürde kommt, einen Beitrag dazu leisten kann, dass eine Mehrheit im Parlament deutlich unterhalb der 50-Prozent-Marke möglich wird“, während die Blassroten und Kotzgrünen die mächtigste Bundeskanzlerin aller Zeiten vor einer Mehrheit mit „verfassungswidrigen“ Überhang-Mandanten warnen, denn das wäre „unanständig“ und berge „riesige Legitimationsprobleme“.

Splitter spielen aber nicht nur bei der Bundestagswahl in Deutschland eine wichtige Rolle, sondern auch bei der Missionierung des afghanischen Drogen- und Terroristenstaates, der jährlich mit circa 6000 Tonnen Opium nicht nur 92% der Weltproduktion exportiert sondern auch noch die westliche Welt mit allen möglichen Terrorszenarien versorgt.
Das Problem in Afghanistan ist ja nicht, dass wie überall wo Amerikaner ihre Finger im Spiel haben, aus wirtschaftspolitischen Interessen geschossen, gebombt und getötet wird. Das Problem liegt einzig darin, dass die Bundesregierung im blinden Gehorsam beschlossen hat, dass dort kein Krieg sein darf, sondern die Bundeswehr einen missionarischer Auftrag zu erfüllen hat und daher nur mit Papierkügelchen um sich werfen darf.

Dennoch rechnet der Rollstuhl-Wolfgang fest damit, dass Splitter der Afghanistanmission bis in die Wahllokale in der BRD fliegen werden und hat deshalb schon mal die Polizei mit kugelsicheren Westen und Maschinenpistolen ausgestattet, damit Verkehrknotenpunkte und Wahllokale besser gegen die Terroristen verteidigt werden können.
Jetzt fehlt zur verfassungswidrigen Bundestagswahl mit Überhangmandaten und vorher heimlichen ausgekungelten Koalitionen eigentlich nur noch der, von den erstmals bei einer Wahl im Nachkriegsdeutschland eingesetzten Wahlbeobachter der OSZE festgestellte Wahlbetrug, damit auch in Deutschland endlich afghanische Verhältnisse herrschen.

Und nach der Wahl werden Sie sich dann wundern, welchen göttlichen Wählerauftrag und welche teuflische Mixtur gegen die Staatskrise die Wahlsieger für Sie zusammenbrauen, denn Sie werden dieses Gebräu während der nächsten Legislaturperiode auslöffeln.

Guten Appetit, viel Spaß beim Wählen und wenn Sie ihr Kreuz machen, dann denken Sie doch auch bisschen an Wahlsplitter, überhängende Mandate und kackfarbige Koalitionen.

Machopan
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Heiteres Geburtenraten

31. August 2009 05:45

Lieber Freund

Wieder mal rätseln deutsche Forscher über die schrumpfende und vergreisende Gesellschaft des widerlich vereinten Landes.
Diesmal war es das Max-Planck-Institut, das der Frage nach dem ausbleibenden Nachwuchs mit wissenschaftlichen Mitteln auf den Grund zu gehen versuchte und dem SPIEGEL damit die Möglichkeit bot unter dem Titel „Europäer bleiben babymüde“ darüber zu berichten.

Es ist schon putzig, wenn man sieht wie die Erklärungen und Gründe für magere Geburtenraten zusammengepuzzelt werden und man sich allen Ernstes fragen muss, ob die Forscher denn eigentlich immer noch nicht begriffen nach welchen Regelwerken der Natur die Fortpflanzung einer Art seit Jahrtausenden erfolgt.
In jedem Biologiebuch, in dem die Erklärung dieses einfachen Vorgangs nicht am Beispiel der Bienen erklärt wird, kann man nachlesen, dass man zur Erzeugung von Nachwuchs nur ein paar ganz einfache Dinge braucht.
Unter der Annahme, dass auch Forschern bekannt sein dürfte, dass man zur Zeugung mindestens zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts benötigt und die physikalisch-motorischen Maßnahmen zur Befruchtung einer Eizelle, die man ggf. auch im Kamasutra der alten Inder nachlesen könnte, ebenfalls als bekannt voraussetzt, dann bleibt eigentlich nicht mehr viel übrig, das man im Jahr 2009 noch erforschen könnte.
Auch den Vorgang der Geburt haben bereits Generationen vor uns beherrscht und immerhin so erfolgreich bewältigt, dass wir heute über Forscher verfügen, die sich über die existenziell wichtigen Frage sinkender Geburtenraten den Kopf zerbrechen können.

Da würde ein Blick ins Tierreich und die Erinnerung daran, dass der Mensch vom Primaten abstammt, vollauf genügen, denn die Populationshäufigkeit einer Tierart und die damit in direktem Zusammenhang stehende Geburtenrate hängt eindeutig von positiven Umgebungsfaktoren ab, die ich jetzt der Einfachheit halber mal unter dem Begriff „Kuschelfaktor“ zusammen fassen möchte.

Versuche mit zu Studienzwecken ausgesetzten Primatenpärchen haben ergeben, dass auf einer einsamen Südseeinsel selbst das hässlichste Weibchen nach einigen Wochen von dem Männchen besprungen wird, wogegen ein im Nordmeer auf einer treibenden Eisscholle ausgesetztes Pärchen auch nach Wochen noch keinerlei Interesse an einer Paarung zeigte.
Daraus kann man durchaus den Schluss ziehen, dass eine Südseeinsel einen wesentlich höheren Kuschelfaktor besitzt als eine treibende Eisscholle. Und auf einen hohen Kuschelfaktor folgt mit etwas Zeitverzögerung eine hohe Geburtenrate, während bei einem längerfristig niedrigen Kuschelfaktor die Arterhaltung bedroht ist.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die bundesdeutschen Demografieforscher einfach mal zu der Erkenntnis kommen müssten, dass paradiesische Zustände im Lande das Problem der Überalterung am besten beseitigen helfen, während sich Affen auf einer treibenden Eisscholle auch nicht für viel Geld zu einem Paarungssprung animieren lassen.
Das eigentliche Problem scheinen also nicht die Affen zu sein, sondern der Kuschelfaktor auf der treibenden Eisscholle.

Jetzt werden Sie natürlich keinen Demographieforscher finden, der in der Lage und Willens ist diesen einfachen Sachverhalt in wissenschaftlich wichtige Worte zu fassen. Statt dessen schreiben sie etwas über das „sogenannte Ersatzniveau von statistisch 2,1 Geburten je Frau, das leider nur in einigen Ländern Europas erreicht werde, jedoch die Einwanderung eine positive Wirkung auf die Geburtenrate gezeigt hätte“.

Nun bin ich mir nicht so sicher, ob zusätzliche Affen auf einer Eisscholle den „Kuschelfaktor“ wirklich nachhaltig verändern, oder ob es sich bei der angeblich positiven Wirkung auf die Geburtenrate lediglich um einen angeborenen Reflex der ersten Generation handelt, der jedoch nach erfolgreicher Integration verpufft, denn an den Lebensbedingungen auf der Eisscholle hat sich ja durch die Zuwanderung nicht wirklich etwas geändert.
Interessant sind dann auch die Schlussfolgerungen, die von den Forschern gezogen werden. So sei zum Beispiel „die Familienpolitik wichtig und bedeutsam seien auch materielle Anreize zum Kinderkriegen sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten“.

Angesichts nunmehr fast 60-jähriger bundesdeutscher Familienpolitik, unzähligen Reformen des Arbeitsmarktes, des Gesundheitswesens, der Sozialsysteme, der gesetzlichen Festschreibung der Gleichberechtigung von Mann und Frau, dem deutschen Wort „Kindergarten“, das sogar in andere Sprachen aufgenommen wurde und allen sonstigen Neuerung des Gesellschaftssystems ist dieses Resümee der Forscher ein Armutszeugnis, denn offensichtlich ist die Kuscheltemperatur auf der bundesdeutschen Eisscholle und mit ihr der nationale „Kuschelfaktor“ auf einen nachhaltig artbedrohenden Niedrigwert gesunken.
Und materielle Anreize werden sicher nichts daran ändern, dass den Affen einfach der Arsch auf Grundeis und die Lust an der Arterhaltung vergangen ist.
Machopan
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Krankenbericht

24. August 2009 05:45

Lieber Freund

KrankenberichtSehen Sie sich diesen Mann an!
Dass er schon mal bessere Zeiten gesehen hat ist ganz offensichtlich!
Und gesundheitlich scheint es ihm auch nicht so besonders gut zu gehen.
Gut, man muss natürlich die Last des Amtes berücksichtigen, unter dessen Joch der Mann schon seit Jahren ächzt und stöhnt.
Dieser Hautausschlag am Kinn kann nicht nur allein von einer zu starken Rasur oder einem billigen Rasierwasser kommen, sondern sieht eher nach chronischer Allergie oder spätpubertären Stoffwechselstörungen aus.
Ein Grund für die Hautreizungen könnten auch Rückstände von stark ätzenden Sprechblasen und/oder Verletzungen durch gedankenlos abgesonderte Wortfetzen sein.

Und der chronisch wirre Blick weist, zumindest aus meiner Sicht als medizinischer Laie, auf schwerste psychische Ausnahmezustände in Serie hin. Das könnte schon fast chronisch sein.
Irgendwie kann einem der Mann schon leid tun.

Er leidet nicht nur unter einer zunehmenden Terroristenphobie, sondern im fortgeschrittenen Stadium auch unter einer Demokratieallergie und hat eine schon fast krankhafte Neigung zu spontanen Grundgesetzänderungen.

Wenn man ihn, wie ich, nun schon länger beobachtet, gewinnt man außerdem den Eindruck, dass dieser Mann an dem bisher noch wenig erforschten Erdmännchensyndrom leidet. Dabei bleibt der Proband immer in der Nähe seines „Erdlochs“ um dort notfalls rasch untertauchen zu können. Seine körperliche Motorik wird durch eine hektische, jedoch meist wenig zielgerichtete Betriebsamkeit bestimmt, wie sie zum Beispiel auch beim französischen Staatspräsidenten Sarkozy beobachtet werden kann. Im Unterschied zu dessen Zappelphillipsyndrom, bei dem sich der Proband feinmotorisch zuckend abreagiert, äußert sich das Erdmännchensyndrom durch eine extrem übersteigerte verbal-phonetische Hyperaktivität.
Diese Phase der verbalen Hyperaktivität wird meist durch ein kurzes Bellen angekündigt, mit der das Erdmännchen auf eine, aus seiner „Erdlochsicht“, vermeintliche Gefahr oder Bedrohung hinweisen will. Sofort nach dem „Anbellen“ beginnt dann die bereits erwähnte hyperaktive Phase der Verbalabsonderungen, die mit zunehmender Dauer auch von aggressivem Sekretauswurf und stark nachlassender Hirntätigkeit begleitet werden kann.
Ersteres führt zu den oben gezeigten Hautreizungen im Mundbereich, zweiteres zu mentaler Ermüdung bis zum völligen Realitätsverlust in Verbindung mit einem signifikanten Werteabfall des Informationsgehaltes.

Zuckende Mundwinkel, unsteter Blick und hektische Verfärbungen der Gesichtshaut sind weitere sichtbare Symptome dieses Krankheitsbildes, das häufig bei Personen auftritt die dem von ihnen beanspruchten Aufgabengebiet nicht gewachsen sind, aber ihre chronische geistige Verödung hartnäckig als für das Amt unabdingbare Qualifikation betrachten.

Wie das folgende Beispiel aus jüngster Vergangenheit zeigt, hält der Proband die Widersprüchlichkeit seiner Argumente für visionäre Kreativität, denn einerseits spricht er sich für der Ausweitung der Internetsperren zur Eingrenzung der Kinderpornographie aus und andererseits fordert er die Politik auf, über Möglichkeiten nachzudenken, künftig per Internet die Wählerstimme abgeben zu können, denn so seine Argumentation, „wenn es eine sichere Übertragung gibt, sollte man darüber nachdenken“.

Ich empfehle daher dringend den Probanden bei der am 27. September 2009 anstehenden personellen Neubesetzung des Projektes „Basisdemokratie für Deutschland“ nicht mehr zu berücksichtigen.

Mit vorzüglicher Hochachtung und kollegialen Grüßen

Machopan
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